Zum Inhalt springen
FM-Connect Chat

Hallo! Ich bin Ihr FM-Connect Chat-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?

FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Subunternehmerverzeichnis

Facility Management: Verträge und Vereinbarungen » Anhänge » Governance und Schnittstellen » Subunternehmerverzeichnis

Subunternehmerverzeichnis für Governance, Schnittstellen und Leistungssteuerung im FM

Subunternehmer transparent in die Leistungskette einbinden

Facility-Management-Dienstleister erbringen umfangreiche Leistungen häufig nicht ausschließlich mit eigenen Beschäftigten. Spezialleistungen wie Prüfungen, Aufzugsservice, Kälteanlagen, Brandschutztechnik, Schädlingsbekämpfung oder besondere Instandsetzungen können durch Subunternehmer beziehungsweise Nachunternehmer ausgeführt werden. Ein Subunternehmerverzeichnis schafft Transparenz darüber, welche Unternehmen tatsächlich an der Vertragserfüllung beteiligt sind, welche Leistungen sie übernehmen und wer für ihre Steuerung verantwortlich bleibt.

Das Verzeichnis sollte nicht lediglich bei Vertragsbeginn erstellt und anschließend abgelegt werden. Gerade bei langfristigen FM-Verträgen verändern sich Leistungspartner, Fachunternehmen und Einsatzgebiete. Es sollte deshalb als fortzuschreibender Bestandteil der Vertragsgovernance verstanden werden.

Subunternehmerverzeichnis im Facility Management

Leistung und Unternehmen eindeutig zuordnen

Für jeden eingesetzten Subunternehmer sollte nachvollziehbar sein, welche konkrete Leistung oder welcher Leistungsbereich übertragen wird. Dadurch erkennt der Auftraggeber, an welchen Stellen seiner Leistungskette weitere Unternehmen beteiligt sind.

Information

Typischer Inhalt

Unternehmen

Firmenname und Anschrift

Leistungsbereich

konkret übertragene Leistung

Einsatzort

Standort, Gebäude oder Anlagenbereich

Ansprechpartner

zuständige Kontaktfunktion

Einsatzbeginn

Beginn bzw. Zeitraum der Tätigkeit

Nachweise

erforderliche Eignungs-, Sicherheits- oder Versicherungsnachweise

Status

vorgesehen, freigegeben, aktiv oder beendet

Je nach Vertragsgegenstand können weitere Informationen sinnvoll sein, etwa eingesetzte Fachqualifikationen, besondere Zugangsberechtigungen oder relevante Unterauftragnehmerketten.

Gesamtverantwortung eindeutig erhalten

Der Einsatz eines Subunternehmers sollte die vertragliche Verantwortung des Hauptauftragnehmers gegenüber dem Auftraggeber grundsätzlich nicht verwischen. Für den Auftraggeber muss ein klarer Vertragspartner bestehen bleiben, der die Leistung koordiniert, Qualität sicherstellt, Mängel bearbeitet und die Einhaltung vereinbarter Anforderungen überwacht.

Direkte fachliche Abstimmungen zwischen Auftraggeber und Subunternehmer können im täglichen Betrieb sinnvoll sein. Sie sollten jedoch nicht dazu führen, dass Leistungsabgrenzung oder Verantwortlichkeit unklar werden.

Der Hauptauftragnehmer sollte deshalb auch für die organisatorische Einbindung seiner Subunternehmer sorgen und sicherstellen, dass diese die für ihre Tätigkeit relevanten Vertrags-, Sicherheits-, Dokumentations- und Betriebsanforderungen kennen.

Wechsel kontrolliert behandeln

Ein ursprünglich benannter Fachpartner kann während der Vertragslaufzeit aus unterschiedlichen Gründen ersetzt werden. Der Vertrag sollte festlegen, bei welchen Subunternehmern ein Wechsel lediglich anzuzeigen ist und wann eine vorherige Zustimmung des Auftraggebers erforderlich wird.

Besonders relevant ist dies bei sicherheitskritischen, betreiberrelevanten oder für die Leistungsqualität wesentlichen Aufgaben. Ein Austausch darf nicht dazu führen, dass ursprünglich vorausgesetzte Fachkunde, Zulassungen, Versicherungen oder andere Anforderungen unterschritten werden.

Änderungen sollten deshalb im Verzeichnis zeitnah nachgeführt werden. So bleibt jederzeit erkennbar, welches Unternehmen aktuell welche Leistung erbringt.

Nachweise und Fremdfirmenmanagement verbinden

Das Subunternehmerverzeichnis kann zugleich als Ausgangspunkt für weitere Prüfungen dienen. Erforderliche Qualifikationen, Unterweisungen, Sicherheitsnachweise, Versicherungen oder Zutrittsberechtigungen lassen sich dem jeweiligen Unternehmen zuordnen.

Damit entsteht eine Verbindung zum Fremdfirmenmanagement. Vor Aufnahme der Tätigkeit kann geprüft werden, ob die notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind; nach Beendigung können Zugänge und Berechtigungen kontrolliert zurückgenommen werden.

Bei besonders komplexen Vertragsmodellen sollte zudem sichtbar sein, ob ein Subunternehmer seinerseits weitere Unternehmen einsetzt. Unübersichtliche Leistungsketten erschweren Steuerung, Sicherheitsorganisation und Qualitätskontrolle.

Ein gut gepflegtes Subunternehmerverzeichnis schafft deshalb mehr als Transparenz über Firmennamen. Es zeigt wer tatsächlich leistet, was übertragen wurde, welche Voraussetzungen gelten und wer die Gesamtverantwortung trägt.

So wird das Verzeichnis zu einem praktischen Governance-Instrument, das die Leistungskette beherrschbar hält und verhindert, dass wesentliche Teile eines FM-Vertrages außerhalb der Sichtbarkeit des Auftraggebers erbracht werden.