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Nachhaltigkeits- und Energiemanagementanforderungen

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Nachhaltigkeits- und Energiemanagementanforderungen für zukunftsfähige Verträge

Nachhaltigkeit und Energieeffizienz in FM-Verträgen messbar verankern

Facility Management beeinflusst Energieverbrauch, Ressourceneinsatz und Umweltwirkungen eines Gebäudes erheblich. Technische Betriebsweisen, Laufzeiten von Anlagen, Wartungsqualität, Sollwerte, Flächennutzung und das Verhalten bei erkannten Abweichungen wirken unmittelbar auf den Energiebedarf. Nachhaltigkeits- und Energiemanagementanforderungen sollten deshalb nicht bei allgemeinen Zielsetzungen wie „energieeffizienter Betrieb“ oder „nachhaltige Leistungserbringung“ stehen bleiben.

Ein Vertragsanhang muss vielmehr festlegen, welche Leistungen der FM-Dienstleister beeinflussen kann, welche Daten benötigt werden und wie Verbesserungen gemessen und gesteuert werden.

Energie und Nachhaltigkeit vertraglich klar steuern

Ziele, Einflussbereich und Messgrößen verbinden

Nicht jeder Verbrauch liegt im Verantwortungsbereich des Auftragnehmers. Produktionsmengen, Wetter, Nutzerverhalten, Belegungsdichte oder bauliche Eigenschaften können den Energiebedarf erheblich verändern. Deshalb sollten Ziele nur dort unmittelbar mit der Dienstleisterleistung verbunden werden, wo ein tatsächlicher Einfluss besteht.

Themenfeld

Mögliche vertragliche Anforderung

Energieverbrauch

Erfassung, Plausibilisierung und Analyse

Anlagenbetrieb

Optimierung von Laufzeiten und Sollwerten

Abweichungen

Erkennen und Melden ungewöhnlicher Verbräuche

Maßnahmen

Vorschläge für wirtschaftliche Verbesserungen

Monitoring

Kennzahlen, Trends und Ursachenanalysen

Nachhaltigkeit

Ressourcen-, Abfall- oder Emissionsdaten

Kennzahlen benötigen eine eindeutige Bezugsgröße. Verbrauchswerte können beispielsweise nach Fläche, Betriebsstunden, Nutzung oder anderen geeigneten Einflussgrößen bewertet werden. Wetter- und nutzungsbedingte Veränderungen sollten berücksichtigt werden, wenn daraus Leistungsbewertungen abgeleitet werden.

Energiemanagement in die Betriebsprozesse integrieren

Nach geltendem Energieeffizienzgesetz müssen Unternehmen mit einem durchschnittlichen jährlichen Gesamtendenergieverbrauch von mehr als 7,5 GWh ein Energie- oder Umweltmanagementsystem einrichten. Unternehmen oberhalb von 2,5 GWh müssen für wirtschaftlich identifizierte Endenergieeinsparmaßnahmen Umsetzungspläne erstellen und veröffentlichen. Energieaudits nach dem EDL-G beziehen ausdrücklich Gebäude, Betriebsabläufe und industrielle Anlagen in die Analyse des Endenergieverbrauchs ein.

Der FM-Vertrag sollte deshalb vorhandene Energie- oder Umweltmanagementsysteme unterstützen. Der Dienstleister kann beispielsweise Messdaten bereitstellen, Abweichungen analysieren, Optimierungsmöglichkeiten benennen und beschlossene Maßnahmen betrieblich umsetzen.

Dabei sollte klar sein, wer Daten erhebt, wer sie fachlich bewertet, wer Investitionsentscheidungen trifft und wer die Wirksamkeit umgesetzter Maßnahmen überprüft.

Datenqualität und Maßnahmen nachvollziehbar machen

Energie- und Nachhaltigkeitsmanagement benötigt belastbare Daten. Zählerzuordnung, Messintervalle, Datenquelle und Verantwortlichkeit sollten deshalb eindeutig festgelegt werden. Fehlende oder unplausible Werte müssen erkannt und geklärt werden können.

Ebenso wichtig ist die Maßnahmenverfolgung. Aus einer Analyse sollte erkennbar werden:

Abweichung → Ursache → Maßnahme → Verantwortlicher → Termin → Ergebnis.

Damit werden Berichte nicht zu einer Sammlung von Verbrauchswerten, sondern zu einem Instrument der kontinuierlichen Betriebsoptimierung.

Bei längeren Verträgen sollte außerdem vermieden werden, Einsparerfolge ausschließlich gegenüber einem unveränderlichen Ausgangsjahr zu bewerten. Veränderungen an Gebäuden, Anlagen und Nutzungen müssen berücksichtigt werden, damit die Leistungsbewertung sachgerecht bleibt.

Gute Nachhaltigkeits- und Energiemanagementanforderungen verbinden damit Daten, technische Betriebsführung und konkrete Verbesserungsmaßnahmen. Ziel ist nicht möglichst umfangreiches Nachhaltigkeitsreporting, sondern ein Gebäudebetrieb, bei dem relevante Verbräuche transparent sind, Abweichungen früh erkannt und wirtschaftlich sinnvolle Verbesserungen systematisch umgesetzt werden.