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Ersatzteil- und Verbrauchsmaterialliste

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Ersatzteil- und Verbrauchsmaterialliste für Betrieb und Instandhaltung im Facility Management

Ersatzteile und Verbrauchsmaterialien vertraglich beherrschbar machen

Eine Ersatzteil- und Verbrauchsmaterialliste schafft im Facility Management Transparenz darüber, welche Materialien für den laufenden Betrieb benötigt werden, welche Bestände vorzuhalten sind und wer für Beschaffung, Lagerung und Verfügbarkeit verantwortlich ist. Besonders bei betriebswichtigen technischen Anlagen kann ein fehlendes Ersatzteil aus einer zunächst kleinen Störung einen längeren Anlagenstillstand machen. Die vertragliche Regelung der Materialversorgung ist deshalb ein wichtiger Bestandteil einer belastbaren Instandhaltungsorganisation.

Dabei sollten Ersatzteile und Verbrauchsmaterialien unterschieden werden. Ersatzteile dienen der Wiederherstellung oder Erhaltung technischer Anlagen, beispielsweise Motoren, Sensoren, Ventile, Sicherungen oder elektronische Baugruppen. Verbrauchsmaterialien werden dagegen regelmäßig im Betrieb eingesetzt und ersetzt, etwa Filter, Schmierstoffe, Dichtungen oder bestimmte Reinigungs- und Betriebsstoffe.

Materialversorgung für Betrieb und Instandhaltung

Bestände nach Kritikalität bestimmen

Nicht jedes Ersatzteil muss vor Ort gelagert werden. Umfang und Bestand sollten sich insbesondere an Anlagenkritikalität, Ausfallfolgen, Wiederbeschaffungszeit und Verfügbarkeit am Markt orientieren.

Kategorie

Typische Vorgehensweise

Kritisches Ersatzteil

definierter Mindestbestand am Standort

Lange Lieferzeit

vorsorgliche Bevorratung prüfen

Standardteil

kurzfristige Beschaffung über Rahmenlieferant

Verbrauchsmaterial

Mindest- und Meldebestand festlegen

Selten benötigtes Spezialteil

Herstellerverfügbarkeit bzw. Beschaffungsweg sichern

Eine rein wertorientierte Betrachtung greift dabei zu kurz. Ein preiswertes Bauteil kann für den Betrieb hochkritisch sein, wenn sein Fehlen eine zentrale Anlage stilllegt. Umgekehrt muss ein teures, kurzfristig verfügbares Bauteil nicht zwingend dauerhaft eingelagert werden.

Verantwortlichkeiten und Kosten eindeutig regeln

Der Vertrag sollte festlegen, wer die erforderlichen Materialien beschafft und wer deren Kosten trägt. Besonders bei Pauschal-, Wartungs- oder Betreiberverträgen muss erkennbar sein, welche Verbrauchsmaterialien bereits in der Vergütung enthalten sind und welche Ersatzteile zusätzlich berechnet werden dürfen.

Ebenso sollte geregelt werden, wem gelagerte Teile gehören. Vom Auftraggeber finanzierte Ersatzteile sollten eindeutig dessen Bestand zugeordnet sein und bei einem Dienstleisterwechsel nicht verloren gehen. Für vom Auftragnehmer bereitgestellte Bestände können andere Regelungen gelten.

Zur Materialliste gehören zweckmäßigerweise Artikelbezeichnung, Hersteller, Typ, Anlagenzuordnung, Lagerort, Mindestbestand, aktueller Bestand, Lieferzeit und Beschaffungsquelle. Bei kritischen Teilen können zusätzlich Alternativprodukte oder freigegebene Ersatztypen hinterlegt werden.

Lagerbestand aktiv pflegen

Eine Ersatzteilliste besitzt nur dann Wert, wenn sie mit dem tatsächlichen Bestand übereinstimmt. Entnahmen sollten deshalb dokumentiert und erforderliche Nachbestellungen zeitnah ausgelöst werden. Für kritische Materialien können Mindest- und Meldebestände definiert werden.

Gleichzeitig ist eine regelmäßige Bestandsbereinigung erforderlich. Technische Umbauten oder ausgetauschte Anlagen können dazu führen, dass Teile nicht mehr benötigt werden. Auch Alterung, begrenzte Lagerfähigkeit oder Herstellerabkündigungen müssen berücksichtigt werden. Über Jahre ungeprüft wachsende Ersatzteillager binden Kapital und schaffen keine zusätzliche Betriebssicherheit.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen vom Hersteller angekündigte Abkündigungen. Bei betriebswichtigen Anlagen kann rechtzeitig zu prüfen sein, ob eine Bevorratung sinnvoll ist oder mittelfristig eine technische Modernisierung vorbereitet werden sollte.

Mit Anlagen- und Instandhaltungsdaten verbinden

Idealerweise wird die Ersatzteil- und Verbrauchsmaterialliste mit Anlagenstammdaten und Instandhaltungsprozessen im CAFM-System verbunden. Dadurch kann nachvollzogen werden, welches Teil zu welcher Anlage gehört, wann es verwendet wurde und ob eine Nachbestellung erforderlich ist.

Eine gute vertragliche Materialregelung schafft damit ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Transparenz. Ziel ist weder ein möglichst großes Lager noch eine vollständige Verlagerung des Beschaffungsrisikos auf den Dienstleister. Entscheidend ist, dass kritische Materialien rechtzeitig verfügbar sind, Verantwortlichkeiten eindeutig bleiben und Bestände auch bei einem Wechsel des FM-Partners nachvollziehbar übergeben werden können.