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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Experience Level Agreements zur Messung von Nutzererlebnis und Servicequalität

XLA ergänzen Leistungskennzahlen um die Nutzerperspektive

XLA ergänzen die klassische Leistungssteuerung um die Perspektive der Nutzer. Während Service Level Agreements vor allem technische oder prozessuale Zielwerte wie Reaktionszeiten, Verfügbarkeit oder Bearbeitungsfristen definieren, betrachtet ein Experience Level Agreement, wie eine Leistung tatsächlich erlebt wird. Für das Facility Management ist dieser Ansatz besonders relevant, weil ein formal erfüllter Service nicht automatisch als guter Service wahrgenommen wird.

Ein Gebäude kann beispielsweise technisch innerhalb aller Sollwerte betrieben werden und dennoch Beschwerden erzeugen, wenn Nutzer Informationen zu spät erhalten, Störungen wiederholt auftreten oder Serviceprozesse als umständlich empfunden werden. XLA helfen, solche Wahrnehmungen strukturiert in die Vertragssteuerung einzubeziehen.

XLA für nutzerorientierte FM-Leistungssteuerung

XLA, SLA und KPI sinnvoll kombinieren

XLA sollten nicht als Ersatz für SLA und KPI verstanden werden. Sie ergänzen diese um qualitative oder nutzerbezogene Messgrößen. Entscheidend ist, nur solche Erfahrungen zu messen, die einen nachvollziehbaren Bezug zur FM-Leistung besitzen.

Bereich

Mögliche XLA-Betrachtung

Service Desk

Verständlichkeit, Erreichbarkeit und wahrgenommene Lösungsqualität

Störungsbearbeitung

Information, Transparenz und Zufriedenheit mit der Lösung

Arbeitsplatzservices

Nutzererlebnis bei Raum, Komfort und Serviceverfügbarkeit

Reinigung

wahrgenommene Sauberkeit und Verlässlichkeit

Empfang / Hospitality

Freundlichkeit, Orientierung und Serviceerlebnis

Technischer Betrieb

Wahrnehmung wiederkehrender Störungen oder Einschränkungen

Erfahrungen belastbar messen

Ein XLA benötigt eine belastbare Messmethode. Ebenso wichtig ist eine sinnvolle Segmentierung. Rückmeldungen können je nach Standort, Nutzergruppe oder Leistungsart unterschiedlich ausfallen. Solche Unterschiede sollten jedoch nur ausgewertet werden, wenn ausreichend Daten vorliegen und keine unnötigen personenbezogenen Profile entstehen. Der Zweck bleibt die Verbesserung der Serviceleistung, nicht die Bewertung einzelner Nutzer.

Möglich sind kurze Nutzerbefragungen, Feedback nach abgeschlossenen Servicevorgängen, regelmäßige Pulse Surveys oder strukturierte Auswertungen von Beschwerden. Dabei sollte die Befragung möglichst einfach bleiben. Zu viele Fragen senken häufig die Beteiligung und erzeugen Daten, die kaum noch steuerbar sind.

Wichtig ist außerdem eine ausreichende Fallzahl. Einzelne sehr positive oder negative Bewertungen dürfen nicht überbewertet werden. Sinnvoll sind Trendbetrachtungen über mehrere Perioden sowie die Verbindung mit objektiven Betriebsdaten. Sinkt beispielsweise die Nutzerzufriedenheit mit Raumtemperaturen, können gleichzeitig Störungsmeldungen, Messwerte und Anlagenzustände betrachtet werden.

Beeinflussbarkeit berücksichtigen

XLA sollten nur dort kommerzielle Folgen auslösen, wo der Auftragnehmer das Ergebnis tatsächlich beeinflussen kann. Nutzerzufriedenheit hängt auch von Gebäudestandard, Investitionsentscheidungen, Kommunikationskultur oder individuellen Erwartungen ab. Eine pauschale Bonus- oder Maluslogik auf Basis subjektiver Einzelbewertungen wäre deshalb wenig belastbar.

Zielführender ist eine Kombination aus objektiver und subjektiver Perspektive: SLA zeigen, ob eine vereinbarte Leistung technisch oder prozessual erfüllt wurde. KPI zeigen Entwicklungen und Leistungsfähigkeit. XLA zeigen, wie diese Leistung beim Nutzer ankommt. Erst gemeinsam entsteht ein vollständigeres Bild der Servicequalität.

Die Ergebnisse sollten in einen geregelten Verbesserungsprozess überführt werden. Auffällige Rückmeldungen werden analysiert, Ursachen geprüft und Maßnahmen vereinbart. Nach Umsetzung wird bewertet, ob sich die Erfahrung tatsächlich verbessert hat.

Auch XLA selbst sollten regelmäßig überprüft werden. Nutzerbedürfnisse, Arbeitsweisen und Services verändern sich. Eine Messgröße, die zu Vertragsbeginn relevant war, kann später an Bedeutung verlieren.

Ein gutes XLA-System schafft damit keine zusätzliche Befragungsbürokratie. Es macht sichtbar, ob Facility Management seine Leistung nicht nur formal erbringt, sondern für Nutzer tatsächlich funktioniert.

Der entscheidende Grundsatz lautet: Gute FM-Performance entsteht dort, wo objektiv erfüllte Leistung und positiv wahrgenommene Servicequalität zusammenkommen.