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Zugriffsrechte und Benutzerrollen

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Zugriffsrechte und Benutzerrollen im digitalen Vertragsmanagement

Zugriffsrechte und Benutzerrollen im digitalen Vertragsmanagement

Digitale Vertragsdatenbanken und CAFM-Systeme enthalten Informationen mit sehr unterschiedlichem Schutzbedarf. Technische Objektleiter benötigen Zugriff auf Leistungsbeschreibungen und Anlageninformationen, der Einkauf auf Preise und Vertragslaufzeiten, die Rechtsabteilung auf Vertragsklauseln und Nachträge. Externe Dienstleister wiederum benötigen regelmäßig nur einen begrenzten Ausschnitt der für ihre Leistung erforderlichen Informationen.

Ein professionelles Berechtigungsmodell stellt deshalb sicher, dass jede Person genau diejenigen Informationen und Funktionen nutzen kann, die sie für ihre Aufgabe benötigt. Zugriffsrechte sollten nicht historisch wachsen oder individuell „auf Zuruf“ vergeben werden.

Zugriffsrechte und Benutzerrollen im Vertragsmanagement

Rollen statt Einzelberechtigungen verwenden

Für größere FM-Organisationen bietet sich ein rollenbasiertes Berechtigungsmodell an. FM-Connect ordnet Role-Based Access Control bereits als besonders geeignet für bereichsübergreifende Vertragsprozesse zwischen Facility Management, Einkauf, Finanzen, Recht, Technik und Management ein.

Benutzerrolle

Typische Berechtigungen

Vertragsadministration

Stammdaten und Dokumente pflegen

Vertragsmanager

Verträge steuern, Fristen und Änderungen bearbeiten

Facility Management

Leistungsumfang und operative Vertragsinformationen lesen

Einkauf

Preise, Laufzeiten und Vergabeinformationen bearbeiten

Controlling

Kosten- und Auswertungsdaten lesen

Legal / Compliance

Rechtliche Dokumente und Nachträge prüfen

Technische Fachverantwortliche

Technische Anlagen und Leistungsanforderungen einsehen

Externe Dienstleister

Nur freigegebene vertrags- und leistungsbezogene Informationen

Least Privilege als Grundprinzip

Berechtigungen sollten nach dem Least-Privilege-Prinzip vergeben werden: Nutzer erhalten nur diejenigen Rechte, die für ihre aktuelle Aufgabe erforderlich sind. Der BSI-Grundschutz benennt dieses Prinzip ausdrücklich im Identitäts- und Berechtigungsmanagement.

Dabei sollte zwischen verschiedenen Rechten unterschieden werden:

  • Lesen,

  • Anlegen,

  • Bearbeiten,

  • Freigeben,

  • Löschen,

  • Exportieren,

  • Berechtigungen verwalten,

  • vertrauliche Dokumente einsehen.

Besonders sensible kaufmännische, rechtliche oder sicherheitsbezogene Inhalte sollten gesondert geschützt werden. Auch die FM-Connect-Systematik empfiehlt rollenbasierte Zugriffsrechte und eine Trennung sensibler kaufmännischer beziehungsweise rechtlicher Inhalte von operativ benötigten Leistungsinformationen.

Berechtigungen über einen geregelten Lebenszyklus führen

Zugriffsrechte benötigen einen vollständigen Prozess:

beantragen → fachlich genehmigen → technisch einrichten → testen → nutzen → regelmäßig überprüfen → ändern → bei Wegfall entziehen.

Besondere Auslöser für eine Überprüfung sind:

  • Eintritt neuer Beschäftigter,

  • Rollen- oder Arbeitsplatzwechsel,

  • Projektbeginn oder Projektende,

  • Wechsel eines Dienstleisters,

  • Ende einer Vertretungsfunktion,

  • Ausscheiden aus dem Unternehmen.

Gerade beim Offboarding müssen Zugänge zeitnah deaktiviert werden. Nicht mehr benötigte Rechte sollten nicht dauerhaft bestehen bleiben.

Kritische Rechte regelmäßig rezertifizieren

Mindestens für weitreichende oder sensible Zugriffe empfiehlt sich eine periodische Berechtigungsrezertifizierung. Dabei bestätigt der jeweilige Rollen- oder Datenverantwortliche, ob die Berechtigung weiterhin erforderlich ist.

Zu prüfen sind insbesondere:

  • Administratorrechte,

  • Zugriff auf Vertragswerte und Preisblätter,

  • vertrauliche Vertragsanlagen,

  • Exportmöglichkeiten größerer Datenbestände,

  • Freigabe- und Änderungsrechte,

  • Zugänge externer Dienstleister.

Funktionstrennung berücksichtigen

Bei kritischen Vertragsprozessen sollte eine Person möglichst nicht den gesamten Vorgang allein kontrollieren können. Beispielsweise kann sinnvoll sein:

Änderung erfassen → fachlich prüfen → kaufmännisch bewerten → durch Berechtigten freigeben.

Damit werden Fehler und unzulässige Veränderungen erschwert.

Zugriffe nachvollziehbar protokollieren

Bei besonders schützenswerten Informationen sollte nachvollziehbar sein, wer wesentliche Änderungen durchgeführt oder Freigaben erteilt hat. Die Vertragsdatenbank sollte daher Änderungs- und Freigabehistorien unterstützen.

Ein belastbares Berechtigungsmanagement folgt damit der Logik:

Information klassifizieren → Rollen definieren → Mindestberechtigungen festlegen → Rechte genehmigen → Zugriffe protokollieren → regelmäßig rezertifizieren → Rollenänderungen nachführen → Rechte beim Ausscheiden entziehen.

So werden Zugriffsrechte und Benutzerrollen zu einem wesentlichen Bestandteil professioneller digitaler FM-Governance. Sie schaffen gleichzeitig Arbeitsfähigkeit, Vertraulichkeit und nachvollziehbare Verantwortung, ohne berechtigte Nutzer durch unnötig komplizierte Zugriffsbeschränkungen zu behindern.