Zum Inhalt springen
FM-Connect Chat

Hallo! Ich bin Ihr FM-Connect Chat-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?

FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Spezifikation der Datenpfade für FM-Systeme und Datenaustausch

Datenpfade zwischen FM-Systemen eindeutig spezifizieren

Im digital unterstützten Facility Management entstehen Informationen in zahlreichen Systemen. Störungen werden im Service Desk erfasst, Anlagen im CAFM verwaltet, Kosten im ERP verarbeitet, technische Messwerte aus Gebäudeautomation und Energiemanagement übernommen und Dokumente im DMS abgelegt. Damit diese Systeme zuverlässig zusammenarbeiten, müssen die Datenwege zwischen ihnen eindeutig beschrieben sein.

Die Spezifikation der Datenpfade legt fest, welche Information aus welcher Quelle stammt, wohin sie übertragen wird, welches System führend ist und wie mit Änderungen oder Fehlern umgegangen wird. Sie ist damit eine wichtige technische Anlage zu komplexeren FM-Verträgen.

Datenpfade im Facility Management klar spezifizieren

Quelle, Ziel und Systemführerschaft festlegen

Für jeden relevanten Datenfluss sollte zunächst geklärt werden, wo eine Information entsteht und welches System ihren verbindlichen Bestand führt. Dadurch wird vermieden, dass dieselben Informationen unabhängig in mehreren Anwendungen gepflegt werden.

Datenobjekt

Möglicher Datenpfad

Anlagenstammdaten

CAFM → Service- und Berichtssysteme

Störungsmeldung

Service Desk → CAFM-Arbeitsauftrag

Kosten / Bestellung

CAFM bzw. Auftrag → ERP

Mess- und Verbrauchsdaten

Gebäudeautomation / Zähler → Energiemanagement

Prüfbericht

Dienstleister → CAFM / DMS

Nutzer- oder Flächendaten

führendes Stammdatensystem → CAFM

Ein Datenpfad sollte nicht nur Start- und Zielsystem nennen. Ebenso wichtig sind Übertragungsrichtung, Zeitpunkt, Datenformat und eindeutige Identifikatoren. Anlagen-, Vertrags- oder Auftragsnummern müssen beispielsweise systemübergreifend so verwendet werden, dass Informationen zuverlässig miteinander verknüpft werden können.

Übertragungslogik nachvollziehbar beschreiben

Je nach Prozess können Daten unmittelbar, regelmäßig in definierten Intervallen oder ereignisbezogen übertragen werden. Die Spezifikation sollte deshalb unterscheiden zwischen Echtzeitübertragung, automatisierter Synchronisation, Dateiimport und manueller Datenübernahme.

Besonders bei automatisierten Schnittstellen muss festgelegt sein, was bei fehlerhaften oder unvollständigen Übertragungen geschieht. Ein technischer Schnittstellenfehler darf nicht unbemerkt dazu führen, dass Wartungsaufträge, Messwerte oder Statusinformationen fehlen.

Sinnvoll sind daher Regeln für Fehlerprotokollierung, Wiederholungsversuche, Plausibilitätsprüfungen und die Benachrichtigung der verantwortlichen Stelle.

Verantwortung an den Schnittstellen klären

Datenpfade verlaufen häufig über organisatorische Grenzen hinweg. Unternehmens-IT, Facility Management, CAFM-Betreiber, Gebäudeautomation und externe Dienstleister können gleichzeitig beteiligt sein.

Für jede wesentliche Schnittstelle sollte deshalb eindeutig festgelegt sein:

Wer liefert die Daten? Wer betreibt die Schnittstelle? Wer überwacht die Übertragung? Wer prüft die fachliche Datenqualität? Wer bearbeitet Fehler?

Technische Verantwortung und fachliche Datenverantwortung müssen dabei nicht bei derselben Stelle liegen. Die IT kann beispielsweise eine Schnittstelle betreiben, während das Facility Management für Inhalt und Plausibilität der übertragenen Anlagendaten verantwortlich bleibt.

Änderungen kontrolliert durchführen

Systemlandschaften entwickeln sich während langjähriger FM-Verträge weiter. Softwareversionen ändern sich, Systeme werden ersetzt, neue Datenfelder kommen hinzu oder Prozesse werden angepasst. Solche Änderungen können bestehende Datenpfade beeinflussen.

Die Spezifikation sollte deshalb einem geregelten Änderungsprozess unterliegen. Vor technischen Änderungen ist zu prüfen, welche Datenflüsse betroffen sind und ob Tests erforderlich werden. Nach der Umsetzung sollte kontrolliert werden, ob Daten vollständig und richtig übertragen werden.

Eine gute Spezifikation der Datenpfade schafft damit Transparenz über die Informationsarchitektur des Facility Managements. Sie verhindert unnötige Mehrfachpflege, erleichtert Fehleranalysen und macht digitale Abhängigkeiten beherrschbar.

Der entscheidende Grundsatz lautet: Für jede wesentliche Information muss nachvollziehbar sein, wo sie entsteht, welches System sie führt, welchen Weg sie nimmt und wer für ihre Qualität verantwortlich ist.